Geplant ist ein Interview mit der Romanfigur Jens Wischkamp aus der Reihe Werne-Krimis. Natürlich möchte Autorin Renate Behr dabei möglichst die Fragen stellen, die auch die Leser der Krimireihe besonders interessieren werden.
Es ist übrigens der Ehemann der Autorin, der in dem Buchtrailer für Anonymus@, Teil vier der Werne-Krimi-Reihe Jens Wischkamp seine Stimme geliehen hat. Zu finden ist der Trailer auf YouTube.
Das Interview, dass natürlich das Aussehen und damit die Identität des Kommissars nicht öffentlich machen wird, wird ebenfalls als Videoclip gedreht mit bewegten Bildern aus Werne und Umgebung.
Deshalb eine Bitte an alle Leser dieses Blogs:
Postet Fragen, die ihr Jens Wischkamp stellen würdet, wenn ihr die Gelegenheit hättet, mit einer Romanfigur reden zu können. Dabei könnt ihr selbst entscheiden, ob die Fragen anonym gestellt werden sollen oder ob ihr in dem Videoclip genannt werden möchtet.
Jens Wischkamp und seine Autorin Renate Behr hoffen auf eine rege Teilnahme!
Sonntag, 19. Februar 2012
Samstag, 18. Februar 2012
Nicht aus jeder Idee wird auch eine Geschichte
Als Autorin braucht man vor allen Dingen eines: Fantasie. Einen Krimi zu schreiben, ist gar nicht so schwer, wie mancher Leser es sich denken mag. Es ist allerdings auch nicht so, dass aus jeder Idee tatsächlich eine spannende Geschichte wird.
Autorin Renate Behr plaudert aus dem Nähkästchen:
Manchmal schreibe ich wochenlang nicht ein einziges Wort. Es gibt Autoren, die so etwas eine Schreibblockade nennen. Ich nenne es einfach kreative Pause. Denn ich habe oft einfach viel zu viele Ideen auf einmal und muss mir erst darüber klar werden, aus welcher Idee ich tatsächlich einen spannenden Krimi machen kann. Für mich ist das Schreiben der Geschichte an sich überhaupt kein Problem. Es ist immer wieder neu und aufregend und manchmal weiß ich zu Beginn noch gar nicht, wohin mich meine Fantasie dieses Mal führen wird.
Aber Schreiben ist auch so etwas wie handwerkliche Arbeit. Ich entwickle also einen Plot. Das bedeutet, ich baue mir ein grobes Gerüst, an dem ich mich orientieren kann. Meist ist das etwa eine DIN A4-Seite, auf der ich die Handlung grob skizziere, ohne weiter ins Detail zu gehen. Im Vorfeld überlege ich mir auch bereits, ob sich im Leben meiner Romanfigur Jens Wischkamp etwas Entscheidendes ändern wird. So war für mich schon beim Schreiben von Silvias Flucht (Teil 1 der Werne-Krimi-Reihe) klar, dass er ein Familienmensch sein wird. Er brauchte also eine Ehefrau und sicher wird es in einem der nächsten Werne-Krimis auch einmal Nachwuchs im Hause Wischkamp geben.
Die nächsten Gedanken mache ich mir über die Handlungsorte. Das muss ja nicht immer nur Werne sein. Ich beschränke mich allerdings auch bei anderen Orten auf Städte oder Ortschaften, die ich gut genug kenne, um die Darstellung auch lebendig gestalten zu können. Es bieten sich frühere Wohnorte wie zum Beispiel Dortmund oder Bergkamen an oder mit Bochum und Umgebung auch die Region, in der ich aufgewachsen bin. Vielleicht lasse ich irgendwann Jens Wischkamp auch einmal im Urlaub ermitteln.
Habe ich nun Idee, Personen und Tat- beziehungsweise Handlungsorte festgelegt, brauche ich nur noch einen guten Anfang. Der Rest geht dann mehr oder weniger von allein. Trotzdem birgt jedes neue Buch auch für mich als Autorin immer noch Überraschungen, die mich manchmal dazu zwingen, vom eingeschlagenen Weg abzuweichen. Sie es, dass die Handlung irgendwie nicht schlüssig erscheint oder, dass mir plötzlich neue Ideen kommen, die in eine ganz andere Richtung führen.
Für mich ist also das Schreiben meiner Krimis annähernd genauso spannend wie es das Lesen der fertigen Bücher für meine Lese ist. Wünschen wir uns alle gemeinsam, dass das noch möglichst lange so bleibt.
Mehr über die Werne-Krimis gibt es auf www.werne-Krimi.de und den Buchtrailer für Anonymus@, Teil fünf der Kommisschar-Wischkamp-Bücher gibt es jetzt auch auf YouTube unter
http://www.youtube.com/watch?v=h0SIL4qhh4k&context=C387daedADOEgsToPDskISoZx2xgIPLLyqXiiMXSRh
Autorin Renate Behr plaudert aus dem Nähkästchen:
Manchmal schreibe ich wochenlang nicht ein einziges Wort. Es gibt Autoren, die so etwas eine Schreibblockade nennen. Ich nenne es einfach kreative Pause. Denn ich habe oft einfach viel zu viele Ideen auf einmal und muss mir erst darüber klar werden, aus welcher Idee ich tatsächlich einen spannenden Krimi machen kann. Für mich ist das Schreiben der Geschichte an sich überhaupt kein Problem. Es ist immer wieder neu und aufregend und manchmal weiß ich zu Beginn noch gar nicht, wohin mich meine Fantasie dieses Mal führen wird.
Aber Schreiben ist auch so etwas wie handwerkliche Arbeit. Ich entwickle also einen Plot. Das bedeutet, ich baue mir ein grobes Gerüst, an dem ich mich orientieren kann. Meist ist das etwa eine DIN A4-Seite, auf der ich die Handlung grob skizziere, ohne weiter ins Detail zu gehen. Im Vorfeld überlege ich mir auch bereits, ob sich im Leben meiner Romanfigur Jens Wischkamp etwas Entscheidendes ändern wird. So war für mich schon beim Schreiben von Silvias Flucht (Teil 1 der Werne-Krimi-Reihe) klar, dass er ein Familienmensch sein wird. Er brauchte also eine Ehefrau und sicher wird es in einem der nächsten Werne-Krimis auch einmal Nachwuchs im Hause Wischkamp geben.
Die nächsten Gedanken mache ich mir über die Handlungsorte. Das muss ja nicht immer nur Werne sein. Ich beschränke mich allerdings auch bei anderen Orten auf Städte oder Ortschaften, die ich gut genug kenne, um die Darstellung auch lebendig gestalten zu können. Es bieten sich frühere Wohnorte wie zum Beispiel Dortmund oder Bergkamen an oder mit Bochum und Umgebung auch die Region, in der ich aufgewachsen bin. Vielleicht lasse ich irgendwann Jens Wischkamp auch einmal im Urlaub ermitteln.
Habe ich nun Idee, Personen und Tat- beziehungsweise Handlungsorte festgelegt, brauche ich nur noch einen guten Anfang. Der Rest geht dann mehr oder weniger von allein. Trotzdem birgt jedes neue Buch auch für mich als Autorin immer noch Überraschungen, die mich manchmal dazu zwingen, vom eingeschlagenen Weg abzuweichen. Sie es, dass die Handlung irgendwie nicht schlüssig erscheint oder, dass mir plötzlich neue Ideen kommen, die in eine ganz andere Richtung führen.
Für mich ist also das Schreiben meiner Krimis annähernd genauso spannend wie es das Lesen der fertigen Bücher für meine Lese ist. Wünschen wir uns alle gemeinsam, dass das noch möglichst lange so bleibt.
Mehr über die Werne-Krimis gibt es auf www.werne-Krimi.de und den Buchtrailer für Anonymus@, Teil fünf der Kommisschar-Wischkamp-Bücher gibt es jetzt auch auf YouTube unter
http://www.youtube.com/watch?v=h0SIL4qhh4k&context=C387daedADOEgsToPDskISoZx2xgIPLLyqXiiMXSRh
Jens und Silvia Wischkamp
Jens Wischkamp, Jahrgang 1978, wohnt mit seiner Ehefrau
Silvia in einem gemieteten Einfamilienhaus in der Landwehrstraße in Werne an
der Lippe.
Bei der auch für Werne zuständigen Kreispolizeibehörde in
Unna gehört Kriminalhauptkommissar Jens Wischkamp zur Abteilung für
Kapitalverbrechen. Als leitender Kommissar der Sondereinheit „Markbohm“ gelingt
ihm die Befreiung seiner späteren Ehefrau (Silvias Flucht, Teil 1 der
Werne-Krimi-Reihe).
Im zweiten Teil der Kommissar-Wischkamp-Bücher (Cristal
Blue) ist Hauptkommissar Wischkamp maßgeblich daran beteiligt, der russischen
Mafia, die sich in der Umgebung von Werne niedergelassen hat, Einhalt zu
gebieten und die Verantwortlichen dingfest zu machen.
„Auf Herz und Nieren“ heißt der dritte Fall von Kommissar
Wischkamp. Illegaler Organhandel, illegale Transplantationen und groß angelegte
Industriespionage bei einem Pharmazieunternehmen beschäftigen Jens Wischkamp
und sein Team. Entführungen und ungeklärte Todesfälle machen die Ermittlungen
sehr unübersichtlich. Und bei alledem läuft Kommissar Wischkamp wieder einmal
die Zeit davon.
Werne-Krimi Teil 4 heißt Anonymus@ und führt Kommissar
Wischkamp auf die Spur eines psychopathischen Krimifans, der nichts unversucht
lässt, seinem Idol, dem jungen Kriminalschriftsteller Maximilian Schober, zum
Erfolg zu verhelfen.
Silvia Wischkamp, Jahrgang 1985, ist gelernte Fotografin.
Sie kommt von Hamburg nach Werne an der Lippe, um hier ein Fotostudio zu
übernehmen. Noch ganz neu in der Kleinstadt gerät Silvia, von ihren Freunden
liebevoll Silvie genannt, in einen Strudel aus Verbrechen, der letztendlich in
ihrer Entführung mündet. Kriminalhauptkommissar Jens Wischkamp gelingt es, die
junge Frau zu befreien. Dies ist der Beginn einer großen Liebe. Silvie hat aber
mit dem Trauma ihrer Entführung nach wie vor zu kämpfen. Sie ist immer sehr
besorgt, wenn Jens Wischkamp zu einem Einsatz gerufen wird. Ihrem Beruf als
Fotografin geht sie weiterhin mit großem Enthusiasmus nach.
Freitag, 17. Februar 2012
Auf Ideensuche mit Autorin Renate Behr
Bei der Pressepräsentation eines Werne-Krimis fragte ein Journalist die Autorin, ob sie nicht befürchte, dass ihr irgendwann die Ideen ausgehen könnten. Daran schloss sich gleich die Frage an, ob man denn irgendwann in einem Werne-Krimi einmal über ein "ganz normales" Verbrechen - wie etwa einen Mord aus Eifersucht - lesen würde. Die Antwort der Autorin lautete kurz und knapp: "Normale Verbrechen sind mir zu langweilig."
Aber wie findet eine Krimi-Autorin Ideen für ihr nächstes Buch. Renate Behr plaudert wieder einmal aus dem Nähkästchen ...
Eigentlich ist es gar nicht so schwierig, wie meine Leser es sich vielleicht vorstellen. Ich bin ein absoluter Krimi-Fan und deshalb lese ich Krimis und schaue mir gern auch Krimis im Fernsehen an. Natürlich habe ich mich mit dem notwendigen Hintergrundwissen ausgestattet. Kontakte zur Polizei und zur Gerichtsmedizin waren hier sehr hilfreich. Die Arbeit der Spurensicherung der Kripo Unna konnte ich vor einigen Jahren leider selbst beobachten, als in unserem Haus in Werne am hellen Tag eingebrochen worden war.
Wenn ich überlege, mit welchem Thema sich mein nächster Werne-Krimi beschäftigen soll, versuche ich natürlich, möglichst aktuelle Probleme anzugehen. Dabei helfen mir sowohl die Berichte in den Tageszeitungen über aktuelle Straftaten als auch Nachrichtensendungen aus aller Welt. Themen wie Drogenhandel, Prostitution, Industriespionage und Organhandel, wie sie in zwei meiner Krimis behandelt wurde, sind immer und überall auf der Welt aktuell. Es ist also gar nicht so schwierig, Tatorte auch in eine zauberhafte Stadt im südlichen Münsterland zu verlegen. Auch die Internetkriminalität ist ein Thema, dass mich sehr stark beschäftigt. Ich will gar nicht ausschließen, dass es auch einmal weniger "brennende" Fälle sein können, mit denen sich mein Kommissar Jens Wischkamp beschäftigt. aber ich denke, ein Krimi muss vor allen Dingen zwei Komponenten enthalten: Er muss sehr spannend sein und der Leser sollte der Lösung nicht zu früh auf die Spur kommen. Deshalb ist die Tat an sich, um die es bei einem Krimi geht, vordergründig gar nicht so wichtig. Entscheidend ist einfach die Qualität der Story, die ein Autor um dieses Verbrechen herum aufbaut.
Ich bin in der glücklichen Lage, dass ich meist schon, während ich einen Krimi schreibe, Ideen entwickle, wie das nächste Buch aussehen sollte und mit welchem Thema es sich beschäftigen wird. Solange mir diese Ideen, die ich häufig bei langen Spaziergängen mit meinem Hund im Kopf schon in einen Plot verwandle, nicht ausgehen, müssen meine Leser nicht befürchten, dass es keine Fortsetzung der Werne-Krimi-Reihe geben wird.
Nächste Woche bekomme ich Besuch von einer Leserin aus Berlin. Wir werden eine Krimi-Tour durch Werne starten und alle Schauplätze besuchen, die bisher eine Rolle gespielt haben und natürlich auch die, die im fünften Werne-Krimi von Bedeutung sind.
Ich überlege derzeit, ob ich solche Touren offiziell über die Homepage www.werne-krimi.de anbiete, damit sich auch andere Leser einen Eindruck von Werne und dem Umfeld machen können, in dem Kommissar Jens Wischkamp lebt und arbeitet.
Aber wie findet eine Krimi-Autorin Ideen für ihr nächstes Buch. Renate Behr plaudert wieder einmal aus dem Nähkästchen ...
Eigentlich ist es gar nicht so schwierig, wie meine Leser es sich vielleicht vorstellen. Ich bin ein absoluter Krimi-Fan und deshalb lese ich Krimis und schaue mir gern auch Krimis im Fernsehen an. Natürlich habe ich mich mit dem notwendigen Hintergrundwissen ausgestattet. Kontakte zur Polizei und zur Gerichtsmedizin waren hier sehr hilfreich. Die Arbeit der Spurensicherung der Kripo Unna konnte ich vor einigen Jahren leider selbst beobachten, als in unserem Haus in Werne am hellen Tag eingebrochen worden war.
Wenn ich überlege, mit welchem Thema sich mein nächster Werne-Krimi beschäftigen soll, versuche ich natürlich, möglichst aktuelle Probleme anzugehen. Dabei helfen mir sowohl die Berichte in den Tageszeitungen über aktuelle Straftaten als auch Nachrichtensendungen aus aller Welt. Themen wie Drogenhandel, Prostitution, Industriespionage und Organhandel, wie sie in zwei meiner Krimis behandelt wurde, sind immer und überall auf der Welt aktuell. Es ist also gar nicht so schwierig, Tatorte auch in eine zauberhafte Stadt im südlichen Münsterland zu verlegen. Auch die Internetkriminalität ist ein Thema, dass mich sehr stark beschäftigt. Ich will gar nicht ausschließen, dass es auch einmal weniger "brennende" Fälle sein können, mit denen sich mein Kommissar Jens Wischkamp beschäftigt. aber ich denke, ein Krimi muss vor allen Dingen zwei Komponenten enthalten: Er muss sehr spannend sein und der Leser sollte der Lösung nicht zu früh auf die Spur kommen. Deshalb ist die Tat an sich, um die es bei einem Krimi geht, vordergründig gar nicht so wichtig. Entscheidend ist einfach die Qualität der Story, die ein Autor um dieses Verbrechen herum aufbaut.
Ich bin in der glücklichen Lage, dass ich meist schon, während ich einen Krimi schreibe, Ideen entwickle, wie das nächste Buch aussehen sollte und mit welchem Thema es sich beschäftigen wird. Solange mir diese Ideen, die ich häufig bei langen Spaziergängen mit meinem Hund im Kopf schon in einen Plot verwandle, nicht ausgehen, müssen meine Leser nicht befürchten, dass es keine Fortsetzung der Werne-Krimi-Reihe geben wird.
Nächste Woche bekomme ich Besuch von einer Leserin aus Berlin. Wir werden eine Krimi-Tour durch Werne starten und alle Schauplätze besuchen, die bisher eine Rolle gespielt haben und natürlich auch die, die im fünften Werne-Krimi von Bedeutung sind.
Ich überlege derzeit, ob ich solche Touren offiziell über die Homepage www.werne-krimi.de anbiete, damit sich auch andere Leser einen Eindruck von Werne und dem Umfeld machen können, in dem Kommissar Jens Wischkamp lebt und arbeitet.
Donnerstag, 16. Februar 2012
Ein Besuch im Gerichtsmedizinischen Institut in Dortmund
Als die Autorin Renate Behr damit begann, Regionalkrimis zu schreiben, wollte sie mehr Hintergrundwissen erwerben. Sie machte sich einen Termin im Gerichtsmedizinischen Institut in Dortmund. Eigentlich sollte es nur ein Gespräch mit dem leitenden Pathologen werden, aber es kam anders ...
Ich habe nach einer neuen Herausforderung gesucht und ich habe sie gefunden. Ich schreibe eine Serie von Regional-Krimis.
Nun kennt ja fast jeder die einschlägigen Krimiserien im Fernsehen, überwiegend aus den USA, die sich mit Spurensicherung und Gerichtsmedizin befassen. Und manches von dem, was dem interessierten Zuschauer da vorgesetzt wird, erschien mir doch reichlich unglaubwürdig.
Da ich bei allem, was ich schreibe, immer großen Wert darauf lege, eine gute Recherchearbeit zu leisten, habe ich mich an die Kreispolizeibehörde in Unna gewandt und mir einige wichtige Informationen über die Arbeit der Kriminalpolizei – insbesondere bei Kapitalverbrechen und Tötungsdelikten – verschafft. Daraus ergab sich der Kontakt zum Leiter des Gerichtsmedizinischen Instituts in Dortmund, Herrn Dr. Zweihoff. Nach einem regen E-Mail-Verkehr und einigen Telefonaten lud Herr Dr. Zweihoff mich ein, ihn in der Gerichtsmedizin zu besuchen.
Am Freitag, 27.2.2009, war es dann soweit. Ein wenig mulmig war mir schon, denn Herr Dr. Zweihoff hatte mir am Telefon angekündigt, dass ich bei einer Obduktion zugegen sein sollte. Er empfing mich gut gelaunt vor seiner Bürotür und forderte mich auf, ihm in den Obduktionstrakt zu folgen. Dort wartete bereits eine Mitarbeiterin der Kriminalpolizei Dortmund auf ihn, die seine Meinung zu einer Person mit Stichverletzung haben wollte, die zurzeit in einem Dortmunder Krankenhaus behandelt wurde. Während Herr Dr. Zweihoff noch mit der Kripo-Beamtin sprach, wurde im Nebenraum der zu obduzierende Leichnam vorbereitet.
Ich habe mich zunächst einmal ein wenig abseits der weit geöffneten Tür aufgehalten, relativ nah an der im Nebenraum aufgestellten Liege. Man kann ja nie wissen. Aber es war bei weitem nicht so schlimm, wie ich es mir vorgestellt hatte.
Und relativ rasch kam dann auch der erste Spruch von Herrn Dr. Zweihoff:
„Also, wenn Sie da hinten stehen bleiben, können Sie aber nicht viel von dem sehen, was ich hier mache.“
Es handelte sich bei dem Toten um einen 68jährigen Mann. Die Obduktion war auf Wunsch der Ehefrau angeordnet worden, die einen ärztlichen Fehler bei der Behandlung ihres Mannes vermutete, der zum Tod geführt haben sollte. Hintergrund war, dass der Mann wegen eines Knöchelbruchs zunächst stationär behandelt worden war. Nach seiner Entlassung nach Hause hatte der behandelnde Chirurg die Thrombose-Spritzen absetzen lassen. Der Gerichtsmediziner sollte nun herausfinden, ob sich aufgrund dieser Tatsache nachweisen ließe, dass der Mann deshalb an einer Lungenembolie gestorben sei.
Und obwohl in diesem Fall ja das Hauptaugenmerk auf der Lunge liegen sollte, wurde eine komplette Obduktion vorgenommen. Eine komplette Obduktion bedeutet in einem solchen Fall, dass zunächst einmal der Schädel geöffnet und das Gehirn entnommen wird. Der Hohlraum im Schädel wird mit Papiertüchern gefüllt, die Schädeldecke wird wieder vernäht und schon nach kurzer Zeit kann ein Laie anhand des Kopfes schon nicht mehr erkennen, dass überhaupt etwas mit dem Mann passiert war.
Danach wurde ein langer Schnitt vom Schambein bis zum Hals ausgeführt und alle inneren Organe wurden freigelegt. Jedes einzelne Organ wurde entnommen, vermessen und gewogen. Außerdem wurden von jedem Organ Gewebeproben entnommen, die in ein Glas gelegt wurden, falls spätere Untersuchungen notwendig sein sollten. Was mich ein wenig wunderte war, dass alle Gewebeproben in demselben Glas aufbewahrt wurden. Auf meine Frage, ob es denn im Nachhinein dann noch problemlos möglich sei zu erkennen, von welchem Organ genau diese kleine Probe sei, meinte Herr Dr. Zweihoff nur lakonisch lächelnd: „Was glauben Sie, wofür ich Medizin studiert habe?“
Alle Organe, die dem Patienten zuvor entnommen worden waren, wurden in einer großen Plastiktüte gesammelt. Diese Tüte wurde später wieder in den Bauchraum des Patienten gelegt und danach wurde der Schnitt mit großen Stichen und Nahtmaterial, das mich persönlich eher an Packband erinnert hat, zusammengenäht. Während der gesamten Obduktion sprach Herr Dr. Zweihoff alle Untersuchungsergebnisse auf ein Diktiergerät und dabei legte er ein Tempo vor, dass mich die Dame, die das würde schreiben müssen, keineswegs beneiden ließ.
Anschließend hatte ich noch die Gelegenheit, Herrn Dr. Zweihoff einige für mich wichtige Fragen zu stellen. Dabei zeigte sich, dass wirklich vieles, was uns im Fernsehen gezeigt wird, nicht der Realität entspricht. So ist es zum Beispiel bei einem Verbrechensopfer immer so, dass die Kriminaltechnik (KTU) bei der Obduktion anwesend ist, um auch möglicherweise verdeckte Spuren zu sichern. In vielen Fällen, insbesondere wenn die Todesursache nicht eindeutig ist, ist auch ein Vertreter der Staatsanwaltschaft dabei.
Und längst nicht bei jedem Leichenfund ist ein Gerichtsmediziner auch mit am Tatort. Wenn zum Beispiel klar ersichtlich ist, dass Leichenfund- und Tatort ein und dasselbe sind und auch die Todesursache, wie z.B. bei Schuss- oder Stichverletzungen von vorn herein feststeht, dann sieht der Pathologe den Leichnam meistens erst im Gerichtsmedizinischen Institut.
Auch eine genaue Bestimmung des Todeszeitpunktes ist meistens erst bei der Obduktion möglich.
Später erzählte Herr Dr. Zweihoff mir noch, dass es die sonderbarsten Bewerbungen gäbe, weil es ganz offensichtlich nicht jedermann bekannt ist, dass ein Pathologe auf jeden Fall ein abgeschlossenes Medizinstudium benötigt. Selbst Hauptschüler hatten ihm schon geschrieben, dass sie gern eine Ausbildung zum Gerichtsmediziner absolvieren möchten.
Nach etwa eineinhalb Stunden habe ich das Gerichtsmedizinische Institut wieder verlassen. Ich war ziemlich stolz auf mich, dass ich nicht umgefallen war und ich bin sicher, dass mir die Informationen, die ich von Herrn Dr. Zweihoff erhalten habe, beim Schreiben meiner Kriminalromane eine wertvolle Hilfe sein werden.
Nun kennt ja fast jeder die einschlägigen Krimiserien im Fernsehen, überwiegend aus den USA, die sich mit Spurensicherung und Gerichtsmedizin befassen. Und manches von dem, was dem interessierten Zuschauer da vorgesetzt wird, erschien mir doch reichlich unglaubwürdig.
Da ich bei allem, was ich schreibe, immer großen Wert darauf lege, eine gute Recherchearbeit zu leisten, habe ich mich an die Kreispolizeibehörde in Unna gewandt und mir einige wichtige Informationen über die Arbeit der Kriminalpolizei – insbesondere bei Kapitalverbrechen und Tötungsdelikten – verschafft. Daraus ergab sich der Kontakt zum Leiter des Gerichtsmedizinischen Instituts in Dortmund, Herrn Dr. Zweihoff. Nach einem regen E-Mail-Verkehr und einigen Telefonaten lud Herr Dr. Zweihoff mich ein, ihn in der Gerichtsmedizin zu besuchen.
Am Freitag, 27.2.2009, war es dann soweit. Ein wenig mulmig war mir schon, denn Herr Dr. Zweihoff hatte mir am Telefon angekündigt, dass ich bei einer Obduktion zugegen sein sollte. Er empfing mich gut gelaunt vor seiner Bürotür und forderte mich auf, ihm in den Obduktionstrakt zu folgen. Dort wartete bereits eine Mitarbeiterin der Kriminalpolizei Dortmund auf ihn, die seine Meinung zu einer Person mit Stichverletzung haben wollte, die zurzeit in einem Dortmunder Krankenhaus behandelt wurde. Während Herr Dr. Zweihoff noch mit der Kripo-Beamtin sprach, wurde im Nebenraum der zu obduzierende Leichnam vorbereitet.
Ich habe mich zunächst einmal ein wenig abseits der weit geöffneten Tür aufgehalten, relativ nah an der im Nebenraum aufgestellten Liege. Man kann ja nie wissen. Aber es war bei weitem nicht so schlimm, wie ich es mir vorgestellt hatte.
Und relativ rasch kam dann auch der erste Spruch von Herrn Dr. Zweihoff:
„Also, wenn Sie da hinten stehen bleiben, können Sie aber nicht viel von dem sehen, was ich hier mache.“
Es handelte sich bei dem Toten um einen 68jährigen Mann. Die Obduktion war auf Wunsch der Ehefrau angeordnet worden, die einen ärztlichen Fehler bei der Behandlung ihres Mannes vermutete, der zum Tod geführt haben sollte. Hintergrund war, dass der Mann wegen eines Knöchelbruchs zunächst stationär behandelt worden war. Nach seiner Entlassung nach Hause hatte der behandelnde Chirurg die Thrombose-Spritzen absetzen lassen. Der Gerichtsmediziner sollte nun herausfinden, ob sich aufgrund dieser Tatsache nachweisen ließe, dass der Mann deshalb an einer Lungenembolie gestorben sei.
Und obwohl in diesem Fall ja das Hauptaugenmerk auf der Lunge liegen sollte, wurde eine komplette Obduktion vorgenommen. Eine komplette Obduktion bedeutet in einem solchen Fall, dass zunächst einmal der Schädel geöffnet und das Gehirn entnommen wird. Der Hohlraum im Schädel wird mit Papiertüchern gefüllt, die Schädeldecke wird wieder vernäht und schon nach kurzer Zeit kann ein Laie anhand des Kopfes schon nicht mehr erkennen, dass überhaupt etwas mit dem Mann passiert war.
Danach wurde ein langer Schnitt vom Schambein bis zum Hals ausgeführt und alle inneren Organe wurden freigelegt. Jedes einzelne Organ wurde entnommen, vermessen und gewogen. Außerdem wurden von jedem Organ Gewebeproben entnommen, die in ein Glas gelegt wurden, falls spätere Untersuchungen notwendig sein sollten. Was mich ein wenig wunderte war, dass alle Gewebeproben in demselben Glas aufbewahrt wurden. Auf meine Frage, ob es denn im Nachhinein dann noch problemlos möglich sei zu erkennen, von welchem Organ genau diese kleine Probe sei, meinte Herr Dr. Zweihoff nur lakonisch lächelnd: „Was glauben Sie, wofür ich Medizin studiert habe?“
Alle Organe, die dem Patienten zuvor entnommen worden waren, wurden in einer großen Plastiktüte gesammelt. Diese Tüte wurde später wieder in den Bauchraum des Patienten gelegt und danach wurde der Schnitt mit großen Stichen und Nahtmaterial, das mich persönlich eher an Packband erinnert hat, zusammengenäht. Während der gesamten Obduktion sprach Herr Dr. Zweihoff alle Untersuchungsergebnisse auf ein Diktiergerät und dabei legte er ein Tempo vor, dass mich die Dame, die das würde schreiben müssen, keineswegs beneiden ließ.
Anschließend hatte ich noch die Gelegenheit, Herrn Dr. Zweihoff einige für mich wichtige Fragen zu stellen. Dabei zeigte sich, dass wirklich vieles, was uns im Fernsehen gezeigt wird, nicht der Realität entspricht. So ist es zum Beispiel bei einem Verbrechensopfer immer so, dass die Kriminaltechnik (KTU) bei der Obduktion anwesend ist, um auch möglicherweise verdeckte Spuren zu sichern. In vielen Fällen, insbesondere wenn die Todesursache nicht eindeutig ist, ist auch ein Vertreter der Staatsanwaltschaft dabei.
Und längst nicht bei jedem Leichenfund ist ein Gerichtsmediziner auch mit am Tatort. Wenn zum Beispiel klar ersichtlich ist, dass Leichenfund- und Tatort ein und dasselbe sind und auch die Todesursache, wie z.B. bei Schuss- oder Stichverletzungen von vorn herein feststeht, dann sieht der Pathologe den Leichnam meistens erst im Gerichtsmedizinischen Institut.
Auch eine genaue Bestimmung des Todeszeitpunktes ist meistens erst bei der Obduktion möglich.
Später erzählte Herr Dr. Zweihoff mir noch, dass es die sonderbarsten Bewerbungen gäbe, weil es ganz offensichtlich nicht jedermann bekannt ist, dass ein Pathologe auf jeden Fall ein abgeschlossenes Medizinstudium benötigt. Selbst Hauptschüler hatten ihm schon geschrieben, dass sie gern eine Ausbildung zum Gerichtsmediziner absolvieren möchten.
Nach etwa eineinhalb Stunden habe ich das Gerichtsmedizinische Institut wieder verlassen. Ich war ziemlich stolz auf mich, dass ich nicht umgefallen war und ich bin sicher, dass mir die Informationen, die ich von Herrn Dr. Zweihoff erhalten habe, beim Schreiben meiner Kriminalromane eine wertvolle Hilfe sein werden.
Mittwoch, 15. Februar 2012
Die Werner Polizei - Freund und Helfer auch für Krimiautoren
Als die Idee entstand, einen Buchtrailer für den vierten Teil der Werne-Krimi-Reihe "Anonymus@" zu erstellen, hat Autorin Renate Behr Fotos von vermeintlichen Tatorten gemacht. Natürlich durfte eine Außenaufnahme der Polizeiwache in Werne nicht fehlen.
Wie es der Zufall wollte, fuhr gerade in diesem Augenblick ein Polizeiwagen vor, aus dem drei Beamte ausstiegen. Kurzerhand sprach die Autorin einen der Beamten an und fragte, ob sie wohl auch in der Wache ein paar Aufnahmen machen dürfte. Der Chef vom Dienst wurde befragt und die Erlaubnis erteilt.
Die Beamten waren sehr freundlich. Sie führten die Autorin durch die Wache und es wurden Fotos von der Einsatzzentrale und den Vernehmungszimmern gemacht.
Dann machte man ihr das Angebot, auch den alten Zellentrakt im Keller des Bahnhofsgebäudes fotografieren zu dürfen. Ein junger Beamter führte die Autorin hinunter. Zwar werden die Zellen heute nicht mehr benutzt, aber der Eindruck war trotzdem recht bedrückend. Schwere Stahltühren, enge Gänge, alles genauso, wie man sich Haftzellen innerhalb einer Wache vorstellt.
Die Stimmung war sehr gelöst und die Autorin bedankte sich begeistert. Schön, dass die Polizei so bürgernah arbeitet und auch einmal etwas ungewöhnliche Einblicke erlaubt.
Schließlich ist ein Buch immer nur so gut, wie es die Recherche ist. Und mit so viel Unterstützung kann der fünfte Teil der Werne-Krimi-Reihe, der im Herbst erscheinen soll, ja eigentlich nur ein Erfolg werden.
Wie es der Zufall wollte, fuhr gerade in diesem Augenblick ein Polizeiwagen vor, aus dem drei Beamte ausstiegen. Kurzerhand sprach die Autorin einen der Beamten an und fragte, ob sie wohl auch in der Wache ein paar Aufnahmen machen dürfte. Der Chef vom Dienst wurde befragt und die Erlaubnis erteilt.
Die Beamten waren sehr freundlich. Sie führten die Autorin durch die Wache und es wurden Fotos von der Einsatzzentrale und den Vernehmungszimmern gemacht.
Dann machte man ihr das Angebot, auch den alten Zellentrakt im Keller des Bahnhofsgebäudes fotografieren zu dürfen. Ein junger Beamter führte die Autorin hinunter. Zwar werden die Zellen heute nicht mehr benutzt, aber der Eindruck war trotzdem recht bedrückend. Schwere Stahltühren, enge Gänge, alles genauso, wie man sich Haftzellen innerhalb einer Wache vorstellt.
Die Stimmung war sehr gelöst und die Autorin bedankte sich begeistert. Schön, dass die Polizei so bürgernah arbeitet und auch einmal etwas ungewöhnliche Einblicke erlaubt.
Schließlich ist ein Buch immer nur so gut, wie es die Recherche ist. Und mit so viel Unterstützung kann der fünfte Teil der Werne-Krimi-Reihe, der im Herbst erscheinen soll, ja eigentlich nur ein Erfolg werden.
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