Montag, 16. Oktober 2017

Die Frankfurter Buchmesse 2017

Ein paar Fakten und mein ganz persönlicher Messebericht

Gestern, am 15.10.2017, schloss die Buchmesse in Frankfurt ihre Pforten. Gegenüber dem Vorjahr konnten die Veranstalter ein Besucherplus von etwa 6,5 Prozent verzeichnen. Insgesamt haben 7.300 Aussteller aus 102 verschiedenen Ländern die Möglichkeit genutzt, die Literatur den Fachbesuchern und Lesern näher zu bringen. 286.425 Besucher sprechen eine recht deutliche Sprache.

Ich persönlich hatte das Gefühl, dass sich alle am Samstag in Frankfurt verabredet hatten. Ab der Mittagszeit waren die Gänge in den Hallen so voll, dass man kaum noch eine Chance hatte, eigene Wege zu gehen. Frankreich, Gastland der diesjährigen Buchmesse, hat am Schlusstag symbolisch die GastRolle an Georgien übergeben, das sich und seine Literatur im nächsten Jahr in Frankfurt präsentieren wird.

Insgesamt gab es auf dem Messegelände und in der Stadt mehr als 4.000 Veranstaltungen, an denen zahlreiche weltbekannte Autoren beteiligt waren. Nicht ganz ohne Stolz möchte ich an dieser Stelle das Engagement der Brighton Verlags GmbH aus Framersheim erwähnen, die ihren Autorinnen und Autoren – und damit auch mir – die Möglichkeit geschaffen hat, uns und unsere Bücher in Frankfurt zu präsentieren. Das passierte nicht nur am Messestand in Halle 3.1, sondern auch im Innenhof der Buchmesse im Signier- und Lesezelt. 

Während die erste Vierergruppe des Verlags, zu der auch ich gehörte, noch ohne Mikrofon gegen die Umgebungsgeräusche ankämpfen musste, gelang es später doch noch, Mikro und Lautsprecher zu organisieren. Hier muss man schon der Messeleitung ein Armutszeugnis ausstellen. Wenn ein Verlag Lesezeiten für seine Autoren bucht, gehört in das Zelt selbstverständlich eine Mikrofonanlage mit Lautsprecher. Dass man, wie die Messeleitung auf Befragen mitteilte, danach extra fragen müsste, war mir persönlich ziemlich unverständlich. Schließlich kassiert man nicht gerade wenig Geld von den Verlagen, die ihren Autoren dort Präsentationsmöglichkeiten bieten wollen.

Ein großes Lob muss ich den Sicherheitskräften auf der Frankfurter Buchmesse aussprechen. Angefangen von den Taschenkontrollen bis hin zur Polizeipräsenz drinnen und draußen hatte man zu jeder Zeit ein großes Gefühl von Sicherheit. Dass es trotzdem tatsächlich zu tätlichen Auseinandersetzungen und Sachbeschädigungen in einzelnen Messehallen gekommen ist, hat außer den direkt Beteiligten vermutlich niemand registriert. Sirenen sind nichts Ungewöhnliches bei einer Großveranstaltung und werden von den Besuchern kaum zur Kenntnis genommen. Was sich dahinter verbarg, nämlich politische Auseinandersetzungen und – im Fall des Sängers Roberto Blanco – familiäre Streitigkeiten, hat man erst später durch die Presse erfahren.

Eines möchte ich dazu noch sagen: Unabhängig davon, welche politische Meinung ein Mensch vertritt, gehört Toleranz gegenüber Andersdenkenden für mich zu einer Demokratie dazu. Eine Buchmesse dient in allererster Linie dazu, die kulturelle Vielfalt der literarischen Welt zu dokumentieren. Dies zum Anlass zu nehmen, Messestände zu demolieren und Verlage und Verlagsmitarbeiter anzugreifen, halte ich schlichtweg für ein Verbrechen, das geahndet werden muss. Jeder Messebesucher hat die Freiheit, sich auszusuchen, was er in Frankfurt sehen möchte. Wäre es da nicht der bessere – und friedlichere – Weg, einfach vorbeizugehen und Dinge nicht nur Kenntnis zu nehmen, die man dort nicht sehen möchte? Oder ist es vielleicht auch eine Gelegenheit, sind zusätzliche Informationen zu verschaffen, die es möglich machen, gewissen Strömungen mit dem notwendigen Hintergrundwissen in der Öffentlichkeit entgegenzuwirken? Gewalt ist für mich jedenfalls keine Lösung und hat auf einer solchen Veranstaltung auch definitiv nichts zu suchen.

Die offizielle Stellungnahme der Messeleitung finde ich persönlich goldrichtig. Sie lautet:
„Auf der Frankfurter Buchmesse kommen an fünf Tagen mehr als 280.000 Besucherinnen und Besucher aus über 150 Ländern zusammen. Sie ist ein Ort, der von einer enormen Vielfalt an Meinungen lebt. Wir lehnen die politische Haltung und verlegerischen Aktivitäten der Neuen Rechten entschieden ab. Dennoch sind wir als Veranstalter der größten internationalen Messe für Bücher und Medien dem Grundrecht auf freie Meinungsäußerung verpflichtet. Konflikte bleiben hier nicht aus. In diesem Jahr wurden wir Zeugen von Handgreiflichkeiten, die von der Polizei aufgelöst wurden. Gewalt als Mittel der Auseinandersetzung verurteilen wir aufs Schärfste.“

Ich bin in diesem Jahr am ersten Publikumstag nach Frankfurt gefahren. Bisher war ich immer freitags dort. Fachbesuchertage sind wesentlich angenehmer, weil es einfach nicht so voll ist. Natürlich muss man freitags auf die vielen bunten Kostüme verzichten, die am Wochenende überall zu bewundern sind. Dafür kann man aber auch relativ ungehindert an jeden Messestand gelangen, der einen interessiert. Das Schöne an diesem Samstag war, dass viele Mitglieder des Brighton-Teams anwesend waren. Ich habe alte Bekannte wieder getroffen und neue Kolleginnen und Kollegen kennengelernt. Immer wieder stelle ich bei solchen Gelegenheiten fest, dass wir eigentlich wie eine große Familie sind. Dazu trägt natürlich die Herzlichkeit der Verlegerin und der Verlagsmitarbeiter, die uns in Frankfurt wieder perfekt unterstützt haben, erheblich bei. Das strahlend-schöne Herbstwetter mit azurblauem Himmel, viel Sonne und Temperaturen über 20 Grad sorgte ebenfalls für richtig gute Laune.

Der etwas unangenehme Nebeneffekt: Wenn es draußen warm ist, ist die Luft in den Hallen immer schlecht. Bis heute hat es dort offensichtlich noch niemand geschafft, für eine gut funktionierende Belüftung zu sorgen. Das ist zum Beispiel in Leipzig ganz anders. Aber natürlich sind die Messehallen in Leipzig auch wesentlich moderner.
















Mein Fazit: Die Anreise nach Frankfurt war stressig wie in jedem Jahr. Unzählige Baustellen und viel Nebel machten die Fahrt nicht gerade angenehm. Auf der Rückfahrt am frühen Nachmittag war es deutlich besser. Es ist anstrengend, für nur einen Tag nach Frankfurt zu fahren. 500 Kilometer auf der Autobahn, eine Lesung, ein bisschen Unterstützung am Messestand und der Rundgang durch die Messehallen fordern so ihren Tribut. Man wird ja schließlich nicht jünger. Ich stelle erste Überlegungen an, ob ich im nächsten Jahr vielleicht über Nacht bleibe und das Ganze ein wenig entzerre. Das hätte den angenehmen Nebeneffekt, dass man sich nach der Messe noch mit ein paar Kollegen zum Essen oder auf ein Glas Wein treffen könnte. Mal sehen.
Für dieses Jahr ist die Frankfurter Buchmesse erst einmal vorbei. Neue Events stehen an. Allen voran die Halloween Nibelungen-Buchmesse des Brighton Verlags in Framersheim am letzten Oktoberwochenende. Für mich ist es die dritte Verlagsmesse, an der ich teilnehmen darf und ich bin sicher, wir werden wieder ungeheuer viel Spaß haben.
Eine kleine Bildergalerie aus Frankfurt zum Schluss meines Messeberichtes bietet hoffentlich auch einen optischen Eindruck von der Vielfalt, die eine große Buchmesse zu bieten hat.


Mittwoch, 4. Oktober 2017

Von der Kunst, eine Reise in die Vergangenheit zu planen - auf den Spuren der Ronda-Baker-History-Crime Reihe

Im nächsten Sommer ist es exakt 20 Jahre her, dass ich zum ersten Mal meinen Fuß auf kanadischen Boden gesetzt habe. Dieser 24. Juli 1998 hat mein Leben verändert.

Vielleicht ist es Zufall, vielleicht Schicksal, dass wir fast um die gleiche Zeit – nur 20 Jahre später – wieder eine Rundreise durch das Yukon-Gebiet und Alaska planen. Es gibt viele Orte, die wir dort noch nicht gesehen haben und viele, die wir niemals sehen werden.

Aber es gibt auch Orte, die mit Erinnerungen behaftet sind. Erinnerungen an Mitglieder unserer Reisegruppe, die schon nicht mehr unter uns weilen. Erinnerungen an Menschen, die wir dort getroffen haben. Erinnerungen an Orte, die mich persönlich dazu inspiriert haben, meine ersten Bücher zu schreiben.

Deshalb war es für mich auch ganz klar, dass ich unbedingt auf den Spuren meiner ersten Roman-Protagonistin Ronda Baker unterwegs sein will. Ich will diese Orte wiedersehen, die für mich Inspiration und Entdeckung zugleich waren. Trotzdem wollen wir natürlich auch noch etwas Neues erfahren. Es ist gar nicht so einfach, das alles unter einen Hut zu bringen. Aber ich denke, ich habe es geschafft.

In meiner Ronda-Baker-History-Crime-Reihe, erschienen im Brighton-Verlag, gibt es Orte, die eine ganz entscheidende Rolle spielen. Sie sind deshalb auch Etappen unserer Reise nächstes Jahr.
Es beginnt in Whitehorse, der Hauptstadt des Yukon-Territoriums. Hier lebte und arbeitete die Journalistin Ronda Baker in Teil 1 der Reihe „Das Grabmal des Häuptlings“. Dieses Grabmal befand sich auf dem Indianerfriedhof in Champagne, wo wir auf unserem Weg nach Beaver Creek natürlich einen Stopp einlegen werden. Indianerfriedhöfe sind etwas ganz Besonderes. Im hohen Norden finden die Bestattungen zunächst meist überirdisch statt, weil der permanente Frost eine Erdbestattung kaum zulässt. Deshalb werden Zelte oder sogar kleine Häuser über den Grabstätten errichtet. Eine davon spielt in meinem Roman eine wesentliche Rolle.

Auch der Ort Beaver Creek hat für mich einen hohen Erinnerungswert. Nicht nur, dass wir hier vor 20 Jahren sehr erholsame und auch heitere Stunden verbracht haben. Ronda Baker trifft hier auf außergewöhnliche Menschen, die ihr bei ihren Recherchen sehr weiterhelfen.

Wir werden hinter Beaver Creek die Grenze zu Alaska überqueren und einen Zwischenstopp in Tok einlegen. Viel Ruhe gibt es hier nachts kaum, denn Tok ist die Schlittenhundestadt in Alaska. So viele Hundezüchter auf kleinstem Raum wie hier, habe ich noch nirgendwo gesehen. Aber ab Tok endet zunächst einmal die Reise in die Vergangenheit.

Jetzt gehen wir neue Wege beziehungsweise befahren neue Straßen und suchen neue Ziele. Wir sind auf dem Weg nach Anchorage, der Hauptstadt von Alaska. Mit einer Zwischenübernachtung in Glennallen liegen fünf Tage vor uns, in denen wir nicht nur die Stadt, sondern auch die Umgebung erkunden wollen. Mit etwas Glück gelingt es uns, Kodiak-Bären zu beobachten und vielleicht sehen wir auch Wale.

Von Anchorage aus geht es über Talkeetna zum Denali Nationalpark. Das war übrigens auch das eigentliche Urlaubsziel von Ronda Baker in „Das Grabmal des Häuptlings“. Hingekommen ist sie allerdings nicht. Wir werden das aber ein zweites Mal erleben, indem wir eine etwa sechsstündige Bustour durch den Park unternehmen.
Den Denali-Nationalpark muss man einfach erlebt haben. So viele unterschiedliche Tiere in freier Wildbahn zu sehen, ist etwas Besonderes. 1998 konnten wir die ersten Flugversuche eines kleinen Weißkopfadlers miterleben, haben Grizzly-Bären mit ihren Jungen spielen sehen und den Caribous nachgeschaut, die durch die Täler gewandert sind. Über allem thront der Mount Denali, der damals noch Mt. McKinley hieß. Erst Präsident Obama hat diesem beeindruckenden Berg seinen indianischen Namen zurückgegeben.

Unsere Reise soll uns danach nach Fairbanks führen, der nördlichsten Universitätsstadt der USA. Eine Pause werden wir in Nenana machen. Dieser verschlafene kleine Ort ist einer der Haupthandlungsorte im zweiten Teil der Ronda-Baker-History-Crime-Reihe („Gold am Pedro Creek“). 
Fairbanks spielt übrigens in fast allen Ronda-Baker-Romanen eine Rolle. Hier findet sie die Liebe ihres Lebens, hier leben ihre Freunde und hier werden ihre Kinder später zur Schule gehen.

Mit einem Zwischenstopp in Tok geht es dann über den Top-of-the-world-Highway nach Dawson City. Dieser Ort ist irgendwie magisch. Die Zeit scheint hier einfach stillzustehen. Es sieht zum Teil wirklich noch so aus wie vor mehr als 100 Jahren, als der Abenteurer, Goldsucher und Schriftsteller Jack London hier eine kleine Hütte bewohnt hat. Wie sich Dawson City in der Vergangenheit und in der Gegenwart präsentiert, ist übrigens nachzulesen im dritten Teil der Ronda-Baker-Reihe mit dem Titel „Gracies Geheimnis“. 
Besonders schön finde ich, dass es das Hotel, in dem wir 1998 übernachtet haben, immer noch gibt. Klar, dass ich auch für nächstes Jahr dort reservieren werde.
Mit einem Zwischenstopp in Carmacks geht es dann wieder zurück nach Whitehorse. Mein Mann und ich werden in den drei Wochen, die wir bis dahin unterwegs sind, mehr als 2.700 Kilometer mit dem Auto zurückgelegt haben.

In Whitehorse beginnt dann der zweite Teil unserer Reise in die Vergangenheit. Ab hier werden wir aber nicht mehr allein unterwegs sein. Meine Freundin und unser Enkel reisen uns nämlich hinterher. Zwei Tage haben wir Zeit, den beiden Whitehorse und die Umgebung zu zeigen.

Dann fahren wir mit der White Pass & Yukon Railroad über den Whitepass hinunter nach Skagway. Die Fahrt findet mit einer historischen Eisenbahn statt und führt über weite Strecken entlang des Weges, den 1898 die Goldsucher zu Fuß und mit 30 Tonnen Gepäck zurücklegen mussten. Nicht alle sind angekommen, aber der Lockruf des Goldes am Klondike bei Dawson City war einfach zu stark.

In Skagway, ebenfalls Handlungsort meines Romans „Gold am Pedro Creek“ machen wir natürlich eine Rast im „Red Onion Saloon“, der eine bedeutsame Rolle in dem Roman spielt. Auch Teil 4 mit dem Titel „Fluch der Vergangenheit“ hat Skagway zum Handlungsort.

Abends wartet dann ein Fährschiff des Alaska Marine Highway System auf uns. Dreieinhalb Tage dauert die Fahrt durch die Inside Passage. An einigen Haltepunkten kann man aussteigen und sich die Umgebung ansehen. Einer davon ist Juneau, die ehemalige Hauptstadt von Alaska. Hier sind wir dann auch wieder beim vierten Teil meine Ronda-Baker-Reihe „Fluch der Vergangenheit“ angekommen. In Juneau findet Ronda bemerkenswerte Spuren, die ihr bei der Aufklärung grausamer Verbrechen helfen werden.

Das Schiff ist amerikanisches Hoheitsgebiet und die Passagiere dürfen deshalb das Schiff während der Fahrt entlang der kanadischen Küste nicht verlassen. Ankunftsort ist Bellingham. Von hier aus werden wir den Bus nach Vancouver nehmen, der uns also zurück nach Kanada bringt.

Auch in Vancouver werden uns viele liebe Erinnerungen begleiten. Der Besuch im Stanley Park, das Vancouver Aquarium, die Capilano-Bridge – eine der längsten frei tragenden Hängebrücken der Welt - und natürlich Gastown, die historische Altstadt sind einfach traumhaft. Geplant ist außerdem eine Walbeobachtungstour, um mit etwas Glück Orcas zu sehen.

Nach viereinhalb Wochen heißt es dann Abschied nehmen. Für meinen Mann und mich wird das sicher eine sehr emotionale Reise. Vor zwanzig Jahren haben uns gute, leider bereits verstorbene Freunde begleitet und ich bin sicher, dass wir uns an viele einzelne Begebenheiten mit Spaß, aber auch mit Wehmut erinnern werden. Außerdem ist es unser Abschied von Kanada und Alaska, denn es wird unsere letzte große Reise sein.

Ich habe mir vorgenommen, ein Reisetagebuch zu führen. So kann ich die vielen Augenblicke festhalten, die uns bewegen werden. Wer weiß, vielleicht gibt es dann noch einmal einen neuen Roman mit spannenden Geschichten über die First Nations, den Goldrausch und zwei außergewöhnliche Länder.


Donnerstag, 7. September 2017

Neues von der Hörspielfront und mehr aus Werne und Umgebung

Wenn jemand sagt, er liegt in den letzten Zügen, dann ist das ja eigentlich eher negativ zu sehen. Wenn ich jetzt sage, unser Hörspiel zur Werne-Krimireihe liegt in den letzten Zügen, ist das etwas Positives - denn es ist fast fertig!

Es fehlen noch ein paar letzte Korrekturen, dann kann die spannende Geschichte auf CD gebrannt werden und in den Vertrieb gehen. Dass unser Produzent unser "Gequassel" langsam nicht mehr hören kann, kann ich dabei gut nachvollziehen.

Ich habe heute zwei Stunden lang jeden einzelnen Akt anhand der Timeline überprüft und ich muss sagen: So gut mir das Hörspiel gefällt, ich bin froh, es jetzt erst einmal nicht mehr zu hören. Allerdings gibt es nächste Woche schon das erste Sprechertreffen und was glauben Sie, wozu? Natürlich um das Hörspiel gemeinsam anzuhören. Und darauf freue ich mich nun doch wieder.

Wenn die CDs gebrannt sind, ist das diesjährige Jubiläumspaket fertig. Es gibt Werne-Krimi Teil 10 mit dem Titel "endstation werne", es gibt das Malbuch für Erwachsene zur Werne-Krimireihe mit zauberhaften Motiven aus Werne zum Ausmalen und das Hörspiel "Ermittlung mit Hindernissen". Mehr geht eigentlich nicht, oder?

Doch, ein bisschen was geht noch - nämlich die Premierenlesung aus "endstation werne" am 12.10.2017 um 19 Uhr in Miss Marple's Buchhandlung in Nordkirchen. Und dann bereite ich mich langsam auf den Weihnachtsmarkt in Werne vor, natürlich wieder mit dem Literarischen Adventskalender, der aber in diesem Jahr eine leichte "Frischzellenkur" erhalten hat.

Dienstag, 9. Mai 2017

#Autorinnenzeit - eine Initiative des Autors Sven Hensel

Ein wenig erstaunt war ich schon, dass es ausgerechnet ein männlicher Autor ist, der die Frauenliteratur und damit die Autorinnen besonders hervorheben möchte. Sinn dieser Aktion von Sven Hensel ist es, die Dominanz der männlichen Autoren auf dem Buchmarkt zu durchbrechen, eine Aufgabe, der sich auch die Mörderischen Schwestern e.V. verschrieben haben, deren Mitglied ich bin.

Gern nehme ich das zum Anlass, mich heute einer Autorin zu widmen, die in meinen Augen nicht nur einer der liebenswertesten Menschen ist, die ich je kennen lernen durfte, sondern auch ganz hervorragende Bücher schreibt: Kerstin Groeper!

"Man darf wieder Indianerbücher lesen" ist ein Spruch, den ich von ihr bereits auf diversen Buchmessen gehört habe. Und genau das ist eines ihrer bevorzugten Themen. Kerstin Groeper leitet den Traumfänger Verlag aus München, in dem auch eines meiner Bücher erschienen ist.

Aber blicken wir ein wenig zurück auf das bisherige Leben und Schaffen von Kerstin Groeper.

Geboren wurde Kerstin Groeper als Tochter eines Schriftstellers in Berlin. Ihr berufliches Leben führte sie unter anderem nach Kanada, wo sie erste Kontakte zu den First Nations, den Ureinwohnern Nordamerikas knüpfen konnte. Indianer, wie sie bei uns genannt werden, haben Kerstin Groeper, wie viele andere Menschen auch, schon in der Kindheit und Jugend begeistert durch die Werke von Lieselotte Welskopf-Henrich und Karl May. Schnell kam ihr jedoch der Verdacht, dass die Darstellungsweise der Indianer in diesen Büchern keineswegs der Realität entsprochen haben kann. Das soll aber die schriftstellerischen Qualitäten besonders von Karl May nicht schmälern, denn Jahr für Jahr sieht man Kerstin Groeper als begeisterte Moderatorin der Karl-May-Festspiele in Radebeul, dem Geburtsort des Schriftstellers. Hier übernimmt sie die Übersetzungen für "echte" Native Americans".

Die Autorin ist aber heute mehr denn je davon überzeugt, dass die Darstellung der indigenen Völker in der nordamerikanischen Geschichte vollkommen falsch ist. Die Kulturen der einzelnen Völker, ihre Sprache und Gebräuche, das alles sind Dinge, mit denen die Autorin sich über alle Maßen gründlich beschäftigt hat. Sie erlernte und erlernt noch immer verschiedene Stammessprachen, um so immer wieder den direkten Kontakt zu Stammesmitgliedern halten zu können, die ihr viel über die tatsächliche Geschichte der nordamerikanischen Indianer erzählen. Mit ebenso großem Engagement widmet sie sich sozialen Projekten zur Erhaltung der indianischen Kulturen und organisiert Jahr für Jahr Tourneen von Musikern wie Mitch Walking Elk oder Wade Fernandez.

Alles, was sie über die nordamerikanischen Völker erfahren hat, verarbeitet Kerstin Groeper auf einzigartige Weise in ihren historischen Indianerromanen für Erwachsene. Mit ihr taucht man ein in eine Welt, die fremdartig, aber faszinierend ist. Man lernt schnell, dass die Indianer keineswegs die ungehobelten Wilden sind, als die sie uns die amerikanische Geschichtsschreibung bis heute darstellen will. In ihren Romanen vereint Kerstin Groeper historisch belegbare Fakten mit lebensnahen und packenden Geschichten über einzelne Protagonisten.

Ein wichtiges Anliegen ist der Autorin, das Bild der nordamerikanischen Indianer schon in den Köpfen der Kinder zu verändern. Aus diesem Grund besucht sie in ganz Deutschland Schulen und Kindergärten, hält Vorträge und Lesungen und überrascht auch auf Buchmessen immer mit indianischen Märchen und Geschichten, die sie zusätzlich sehr anschaulich in einer Gebärdensprache vorträgt.

Neben den historischen Indianerromanen für Erwachsene gibt es Kinder- und Jugendbücher über diese Thematik aus der Feder von Kerstin Groeper. Umso erstaunter war ich - besonders als Krimi-Autorin - im letzten Jahr zu erfahren, dass Kerstin Groeper einen Kriminalroman geschrieben hat. Kann sie das? habe ich mich gefragt und jetzt, nachdem ich "Der Palio des toten Politikers" gelesen habe, kann ich sehr deutlich zustimmen.

Aus jeder Zeile dieses Buches strömt einem die Liebe der Autorin zur Toskana und der Stadt Siena entgegen. Sie erzeugt Bilder im Kopf des Lesers, und ich glaube, das ist das größte Kompliment, das man einer Autorin machen kann. Natürlich ist auch dieses Werk, genau wie die Romane über die Indianer, exzellent recherchiert.

Mein Fazit: Historische Indianerromane bekommen wesentlich weniger Aufmerksamkeit, als sie verdient hätten. Wir tun uns leicht damit, historische Romane über Europäer, Nordafrikaner oder Asiaten zu lesen (Beispeile: Der Medicus, Shogun etc.). Ich kann jedem Freund der historischen Literatur nur empfehlen, eines der Bücher von Kerstin Groeper zu lesen. Ich bin sicher, der Leser wird auch alle anderen Werke der Autorin danach mit Begeisterung zur Hand nehmen.

#Autorinnenzeit gibt mir die Möglichkeit, die Autorin Kerstin Groeper etwas detaillierter vorzustellen und ich hoffe, dass ich damit auch ihren Büchern ein wenig mehr Stellenwert auf dem deutschen Buchmarkt verschaffen kann.

Renate Behr









Montag, 8. Mai 2017

Werne-Krimi-Hörspiel:Vorläufig letzter Bericht - jetzt fehlt nur noch der Hendrik

Hendrik alias Klaus Falkenberg ist heiser, die Stimme versagt. Deshalb konnte er bisher auch seine Rolle als Streifenpolizist Hendrik Jansen noch nicht einsprechen. Aber das wird schon, wir haben ja Zeit.
Heute war der letzte Aufnahmetermin für die externen Sprecher. Tim Schmölzl als Christian Wörner hatte da ein richtiges Mammutprogramm vor sich. Er musste alle Szenen aus den letzten beiden Akten sprechen. Und auch heute spielten die Versprecher eine große Rolle.

Sammeln wir mal die Worte, die im Laufe der gesamten Aufnahmen immer wieder zu Versprechern, aber auch zu viel Gelächter geführt haben. Da war zunächst einmal mein Rollenname, Annette von Bechtholf-Opendieck. Er schreibt sich eigentlich ganz leicht und ich konnte ihn auch problemlos aussprechen, aber Kommissar Wischkamp und Christian Wörner hatten damit schon echte Probleme, und das nicht nur einmal.
Einen weiteren Stolperer gab es bei dem Ausdruck "forensische Pathologie". Selbst Ellen Schmölzl, die die Staatsanwältin Susanne Herbold spricht, hatte, obwohl sie Krankenschwester ist, damit so ihre Schwierigkeiten. Tim hingegen hat das Wort heute ohne Versprecher einfach so rausgebracht. Dafür wurde aus dem Copyshop ein über das andere Mal ein Coffeeshop.
Aber nicht nur so schwierige Worte sorgten für kleine und größere Lachanfälle. Selbst ein so gewöhnliches Wort wie "Außerdem" kann man - wie ich heute festgestellt habe - mehrfach hintereinander ziemlich falsch sprechen.

Aber gerade diese Versprecher waren es auch, die die ganzen Aufnahmen so abwechslungsreich und interessant gemacht haben. Hinzu kommen Räuspern an den falschen Stellen, Gekicher des Aufnahmeleiters Klaus Falkenberg, das im fertigen Hörspiel natürlich nichts zu suchen hat und Rasenmäher. Ja, heute wurde hinter dem Studio von Klaus nämlich der Rasen gemäht. Das Brummen war durchdringend und verschob den Beginn der Aufnahme um einige Minuten. Auch, wenn vor der Werner Polizeiwache sicher hin und wieder auch der Rasen gemäht wird, wie hätte man das Brummen erklären sollen? Das wäre dann wieder zusätzliche Arbeit für den Sprecher Volker Doech geworden. Warten war also eindeutig die bessere Alternative.

Jetzt bin ich eigentlich nur noch gespannt darauf, ob noch Szenen nachgesprochen werden müssen, oder ob sich alles, was wir bisher aufgenommen haben, ohne Korrekturen in das Hörspiel einfügen lässt. Bis es in den Handel kommt, wird sicher noch Zeit vergehen, denn die aufwendigste Arbeit für Klaus Falkenberg beginnt ja jetzt erst. Die nächste Meldung in diesem Blog zum Hörspiel "Kommissar Wischkamp - Ermittlung mit Hindernissen" gibt es also erst wieder, wenn wir die fertige CD in Händen halten und in den Handel bringen können. Deshalb an dieser Stelle schon mal vielen Dank für die Aufmerksamkeit. Ich melde mich ganz sicher wieder, mit diesem, aber auch mit anderen Themen, zum Beispiel der Entstehungsgeschichte des 10. Werne-Krimis, an dem ich gerade schreibe.

Donnerstag, 4. Mai 2017

Eine säuselnde Staatsanwältin und ein Polizist, der sich gelegentlich vergallopiert

Der nächste Aufnahmetermin für das Werne-Krimi-Hörspiel ist geschafft. Wir stehen kurz vor dem Endspurt und es war wieder sehr lustig heute.

Tim Schmölzl hatte seinen ersten Auftritt als Polizist. Es brauchte ein paar Anläufe, bis die Sprachmelodie stimmte. Die ersten Sätze sprach Tim so schnell, dass man meinen konnte, er sei auf der Flucht und nicht die Täter. Aber er fand schnell in die Rolle hinein und hat seine Sache wirklich sehr gut gemacht. Neben dem Kommissar hat die Rolle des Christian Wörner den meisten Text, sodass wir am Montag noch die letzten Aufnahmen machen werden. Man soll nicht unterschätzen, wie anstrengend das Sprechen sein kann.

Anstrengend war es auch für den Aufnahmeleiter Klaus Falkenberg. Mal machte die Technik an sich nicht so mit, wie sie sollte, mal drückte er einfach das falsche Knöpfchen. Aber mit viel Humor und guter Laune waren die Aufnahmen dann letztendlich im Kasten.

Ellen Schmölzl als Staatsanwältin Susanne Herbold hat es geschafft, den säuselnden Tonfall einer unglücklich verliebten Frau genau zu treffen. Ebenso gut war sie aber als aufgebrachte Frau und auch die Enttäuschung, dass ihre Zuneigung vom Kommissar so ganz und gar nicht erwidert wird, gelang ihr absolut überzeugend.

Ich habe wieder nur im Hintergrund mitgelesen und darauf geachtet, dass die Texte in der richtigen Reihenfolge gesprochen wurden und die Szenenbezeichnungen korrekt waren, quasi also Regie. Ist auch spannend und macht viel Spaß.

Wenn alle Aufnahmen fertig sind, fängt die Arbeit für Klaus Falkenberg aber erst an. Er muss aus den einzelnen Sequenzen dann das Hörspiel zusammenschneiden und um diese Aufgabe beneide ich ihn keineswegs.

Trotzdem bin ich guter Dinge, dass wir bald mit Stolz unser erstes Hörspiel präsentieren können.

Dienstag, 2. Mai 2017

Es ist geschafft - naja, noch nicht ganz

Einen kleinen Meilenstein haben wir heute passiert bei den Aufnahmen für das Werne-Krimi-Hörspiel. Die Protagonisten Jens Wischkamp alias Manfred Kindler und Annette von Bechtholf-Opendieck alias Renate Behr haben ihre letzten Szenen eingesprochen.

Natürlich ging es auch heute nicht ohne Versprecher ab und wieder war es der Namen von Bechtholf-Opendieck, der für Probleme sorgte. Aber in der letzten Szene, in der dieser Name fiel, kam er dann vollkommen korrekt aus dem Mund von Kommissar Wischkamp. Ich bin jetzt schon gespannt darauf, ob es jemandem auffallen wird, dass die Dame gelegentlich von Bechthold heißt. Ein paar Versprecher haben wir nämlich drin gelassen. Schließlich spricht auch in einer Unterhaltung niemand absolut fehlerfrei.

Drei Rollen müssen jetzt noch gesprochen werden. Damit beginnen wir am kommenden Donnerstag. Dann gibt es den ersten Einsatz für Staatsanwältin Susanne Herbold alias Ellen Schmölzl und für den Polizisten Christian Wörner alias Tim Schmölzl. Besonders Tim hat noch eine Menge Text zu bewältigen, denn schließlich spricht er die zweite männliche Hauptrolle.

Ich bin aber sehr zuversichtlich, dass wir auch das ohne Probleme hinter uns bringen werden. Den Streifenpolizisten Hendrik Jansen spricht unser Aufnahmeleiter und Produzent Klaus Falkenberg selbst. Das will er ganz allein, sozusagen im "stillen Kämmerlein" machen. Danach fängt der technisch schwierige Part an.

Alle Rollen, die einzeln eingesprochen wurden, müssen zu den Szenen der Handlung zusammengefügt werden. Eine Aufgabe, die Klaus Falkenberg im Augenblick noch ein wenig Kopfzerbrechen bereitet. Aber wir haben ja keinen Zeitdruck. Ich bin jedenfalls sicher, dass er das prima hinbekommen wird. Bald also gibt es den ersten Werne-Krimi zum Hören. Aber sicher gibt es bis dahin noch einiges zu berichten, was ich an dieser Stelle gern weiterführen werde.